Die Schiffe

Die Schiffsunglücke

Von Anfang an erlitt die Reederei Sauber Gebr. schwere Verluste durch die Gefahren auf See:

  • Die Galiote Steinwärder war drei Jahre in der Kohlenfahrt nach England gesegelt. Sie besaß so gute Segeleigenschaften, dass man ihr eine Fahrt über den Atlantik zutraute. 1848 war in Kalifornien das Goldfieberausgebrochen. Ein Kaufmann, der ein Schiff, beladen mit den lebensnotwendigsten Dingen, nach San Francisco bringen konnte, war ein gemachter Mann. Im Frühling 1849 wurde die Steinwärder befrachtet. Carl Sauber selbst, der jüngere der beiden Reeder, schiffte sich mit ein. Die Mannschaft war auf neun Mann erhöht, da es ja galt Kap Horn zu runden. Am 25. März geriet der Segler in einen schweren Sturm, der sie auf die Sandbänke vor Essex warf. Die gesamte Besatzung und die drei Passagiere kamen ums Leben.
  • Die Bark Andreas verließ am 6. Juli 1852 mit einer fünfzehnköpfigen Besatzung den Hamburger Hafen in Richtung Übersee. Im Dezember starben in Westindien innerhalb von Tagen Zimmermann, Koch und zwei Matrosen an Gelbfieber. Auf der Rückreise von Honduras havarierte das Schiff. Die Besatzung wurde gerettet, das Wrack verkauft.
  • Der Dampfer John Sauber war drei Jahre lang als Kohlenfrachtschiff zwischen England und Hamburg gefahren. 1874 blieb er auf einer Reise von Sunderland heimkehrend in der Nordsee verschollen.
  • Der Dampfer Herman Sauber ging nach sechsjähriger Dienstzeit 1881 verloren.
  • Der 1876 gebaute Dampfer Betty Sauber lief auf der Fahrt von Grimsby nach Hamburg im Nebel bei Helgoland auf Grund und sank.
  • Der 1908 in Dienst gestellte Dampfer John Sauber ging 1916 aufgrund von Krigeseinwirkungen bei Memel verloren.
  • Der Dampfer Herbert Sauber sank am 3. November 1922 auf dem Weg von Seaham nach Hamburg auf der Doggerbank. 25 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, ein Mann wurde gerettet.
  • Der Dampfer Herman Sauber ging ebenfalls 1922 verloren. Nordwestlich von Helgoland, nahe der Heulboje Sellbrunnen ging das Schiff in einer Orkannacht im November über die Klippen. Von der Besatzung konnte niemand gerettet werden. Ursprünglich wollte Herman Sauber gemeinsam mit einem Freund bei dieser Reise an Bord sein. Die Koffer waren schon auf dem Schiff. In letzter Minute sagte der Freund ab. Das hat beiden das Leben gerettet.

Die Herman Sauber wurde zuletzt 1. November 1922 von einem anderen Schiff in der Nordsee gesichtet. Am 4. November wurde südöstlich von Amrum das unbemannte Rettungsboot der Herman Sauber gefunden. Und beim Feuerschiff Amrum trieben Wrackteile vorbei. Am 19. November landete die Leiche eines Matrosen auf Sylt an.

 Die Leiche von Kapitän Andersen landete Anfang Dezember 1922 in Friedrichskoog an.

Ungeachtet des Orkans vermutete das Seeamt, dass das Schiff auf eine Mine gelaufen sei, die sich beim Sturm von ihrer Verankerung losgerissen hatte. Mehrere Minen wurden zu der Zeit in diesem Seengebiet gesichtet.

 

Der Autor Jürgen Rath ist gelernter Seemann mit Kapitänspatent und promovierter Historiker. Er hat sich einen Namen als Sachbuchautor und Schifffahrtshistoriker gemacht.

In seinem Krimi "Die Namenlosen von Amrum" spielen Sauber-Schiffe eine Rolle.

Die Segelschiffe

  • Schoner Johann Carl, gekauft 1844, weiteres Schicksal unbekannt.
  • Galiote Rebecca und Johanna, gekauft 1845, sie hatte ihren Namen nach den Ehefrauen der beiden Eigner, verkauft 1852.
  • Galeasse Christine Marie, gekauft 1846, verkauft 1852 an Schiffbauer J. H. Cors.
  • Galiote Steinwärder, gekauft 1846, untergegangen am 25. März 1849 an der Küste von Essex.
  • Bark Andreas, gekauft 1852, havariert 1853 in den westindischen Gewässern, als Wrack verkauft.
  • Brigg Sauber Brothers, gekauft 1860, bei Helgoland untergegangen, Mannschaft gerettet.

Emma Johanna Sauber, geb. Bösch, war Kaufmannstochter und Enkelin eines Grönlandfahrers. Ihr Großvater Matthias Bösch war 16 Jahre als als Kommandeur von Segelschiffen auf Wal- und Robbenfang nach Grönland gezogen. Bei der Flucht aus englischer Kriegsgefangenschaft, ist  er mit einem Fischerboot vor Helgoland verschollen.

Die Seedampfer

  • Dampfer John Sauber, gebaut 1871 auf der Reiherstieg Schiffswerfte & Kesselschmiede bei Hamburg, verschollen in der Nordsee 1874.
  • Dampfer Herman Sauber, gebaut 1875 bei der Reiherstieg Schiffswerfte & Kesselschmiede bei Hamburg, verschollen 1881.
  • Dampfer Betty Sauber, gebaut 1876 bei der Reiherstieg Schiffswerft & Kesselschmiede Hamburg, Totalverlust bei Helgoland 1894.
  • Dampfer Emma Sauber, gebaut 1883 bei der Reiherstieg Schiffswerfte & Maschinenfabrik AG bei Hamburg, verkauft 1908.
  • Dampfer Helene Sauber, gebaut 1888 bei der Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft, in Flensburg, verkauft 1909.
  • Dampfer Martha Sauber, gebaut 1897 bei S. P. Austin & Sun in Sunderland, verkauft 1909.
  • Dampfer Herman Sauber, gebaut 1904 bei Henry Koch in Lübeck, verkauft 1912.
  • Dampfer John Sauber, gebaut 1908 bei Henry Koch in Lübeck, Totalverlust im Ersten Weltkrieg bei Memel 1916.
  • Dampfer Herbert Sauber, ex Emma Sauber, ex Pallione, gekauft 1909 (gebaut bei William Oxford & Sons in Sunderland), Totalverlust auf der Doggerbank 1922.
  • Dampfer Herman Sauber, gebaut 1912 bei William Oxford & Sons in Sunderland, Totalverlust bei Helgoland 1922.
  • Dampfer Robert Sauber, gekauft 1921 (gebaut bei Howaldtswerke in Kiel 1920), verkauft 1924.
  • Dampfer Albert Sauber, gekauft 1921 (gebaut bei Howaldtswerke in Kiel 1920), verkauft 1923.
  • Dampfer Emma Sauber, gebaut 1922 bei der Deutschen Werft in Hamburg, versenkt Januar 1945 durch Luftangriff im Hamburger Hafen, nach dem Kriege gehoben und wieder in Dienst gestellt.
  • Dampfer John Sauber, ex Monkstone Light, ex Mecklenburg, gekauft 1922 (gebaut beim Stettiner Vulkan 1910), abgewrackt 1932.
  • Dampfer Albert Sauber, ex Targis, gekauft 1923 (gebaut bei Llekkerkerk in Holland 1921), verkauft 1925.
  • Dampfer Robert Sauber, ex Rotherhill, gekauft 1925 (gebaut bei Richardson & Co. in Stockton on Tees 1910).
  • Dampfer Herman Sauber, gebaut 1936 bei der Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft, in Flensburg, 1941 von der Kriegsmarine zum Umbau übernommen und als Netzleger ausgerüstet und bewaffnet, eingesetzt bei der Netzsperrgruppe Nord in Norwegen.
  • Dampfer Emily Sauber, gebaut 1939 bei der Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft, versenkt am 28. April 1945 durch Luftangriff vor Hella in Norwegen.
  • Dampfer Herman Sauber, gebaut 1951 bei den Lübecker Flender-Werken.
  • Dampfer Emily Sauber, gebaut 1957 bei den Ottensener Eisenwerken (Schlieker).

 

 

 

Schiffsbilder

Fünf Dampfer mit dem Namen Herman Sauber

Am Weihnachtsabend 1886 strandeten drei

Schiffe in South Shields / Nordostengland.

Der Dampfer Herman Sauber I war dabei.

Panzerkreuzer Prinz Heinrich übernimmt 1907 Kohlen vom 1904 gebauten Dampfer Herman Sauber II, der 1912 verkauft wurde.

Der Dampfer Herman Sauber III am 3. Juli 1912, gesunken im November 1922 nordwestlich von Helgoland

Dampfer Herman Sauber IV 1938 mit Holzladung aus Kanada in Memel, 1941 von der Kriegsmarine bewaffnet und als Hilfskriegsschiff eingesetzt.

Der letzte Dampfer Herman Sauber V von 1951 auf der Elbe. 1960 wurde er verkauft und 1981 in Venedig abgewrackt.

 

© tom400

 

 

 

 

 

 

 

Die Emma Sauber (III)

Im Baujahr 1922 auf der Elbe

Im Februar 1950 Probefahrt auf der Elbe, nach Bergung und Instandsetzung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bark Andreas verließ am 6. Juli 1852 mit einer fünfzehnköpfigen Besatzung den Hamburger Hafen. Im Dezember starben in Westindien innerhalb von Tagen Zimmermann, Koch und zwei Matrosen an Gelbfieber. Auf der Rückreise von Honduras havarierte das Schiff. Die Besatzung wurde gerettet.

Der Dampfer John Sauber 1872 im Hamburger Hafen. Das Schiff war drei Jahre lang als Kohlenfrachter zwischen England und Hamburg gefahren. 1874 blieb er auf einer Reise von Sunderland heimkehrend in der Nordsee verschollen.

Dampfer Betty Saubergebaut 1876 bei der Reiherstieg Schiffswerft & Kesselschmiede Hamburg, Totalverlust bei Helgoland 1894.

Die Schoneryacht "Volante", der private Luxussegler von Herman C. Sauber.

 

Auf Reisen und bei Regatten versuchte sich Herman C. Sauber an frischer Seeluft Linderung von seiner Tuberkulose-Erkrankung zu verschaffen.

1894 ist er 50-jährig verstorben.

  

Dampfer Martha Sauber, gebaut 1897 bei S. P. Austin & Son in Sunderland, verkauft 1909.

Dampfer Herman Sauber, gebaut 1904 bei Henry Koch in Lübeck, 1912 verkauft an die Altonaer Kohlen Import GmbH  J. L. E. Possehl & Co

Dampfer John Sauber, gebaut 1908 bei Henry Koch in Lübeck, Totalverlust im Ersten Weltkrieg bei Memel 1916.

Die Herman Sauber löscht 1907 Kohle im 

Kohlenschiffhafen.

Dampfer Robert Sauber, gekauft 1921 von Rob. M. Sloman, gebaut bei Howaldtswerke in Kiel 1920, verkauft 1924

Die Herman Sauber mit einer Ladung Kohlen aufkommend im Hamburger Reiherstieg im Februar 1955.

Dort lag zu der Zeit der übliche Umschlagplatz für alle Sauber-Schiffe.

 

Der Schlepper Pilot quert die Kehrwiederspitze. Aufnahme aus den Fünfzigern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kohlenplatzhandel

 

 

 

 

Das Kohlenlager in der Hammerbrookstraße war nach 45 Jahren zu klein geworden.

 

 

Ein neues Kohlenlager am Osterbekkanal wurde ab 1906 eingerichtet und mit allen technischen Neuerungen und elektrischen Hebevorrichtungen ausgestattet.

Kohlelager Osterbekstraße 29-33 nach dem Wiederaufbau 1951

Das Kohlenlager am Osterbekkanal wurde 1951 enttrümmert und die für den Platzhandel erforderlichen Bauten errichtet.

Ein kleineres Kohlenlager wurde in der Eppendorfer Ludolfstraße 7 eingerichtet.