Das Familiengrab Sauber

Das eigentliche Grabmal ist nicht mehr vorhanden. Ursprünglich gab es eine große Engelsskulptur aus Sandstein. Nach all den Jahren hat die dann gefährlich gewackelt. Die Stabilität war bei Engel und Firma nicht mehr gegeben. Geld für Abhilfe fehlte und so sind beide verschwunden. Leider gibt es kein Foto. Es gibt aber noch zehn Grabplatten, deren Inschriften allerdings zum Teil nur schwer lesbar sind.

Grablage AA 10

Joh. Caspar Julius Sauber

*1810; † 1878

Mitbegründer der Firma Sauber

 

Selig wer den Kampf des Lebens

wirkend, duldend, treu vollbracht

Rebecca Johanna Henriette

geb. Koops

*1816; † 1881

 

Dem Auge fern

Dem Herzen ewig nah

Herman Carl Sauber

*1843; † 1894

 

Sein drei Jahre älterer Bruder John Sauber wanderte 1863 in die USA aus. Dort ist er verschollen.

 Ein schmerzliches Schicksal dieser Zeit.

Emma Johanna Sauber, geb. Bösch

*1848; † 1928

Emma hatte sechs Töchter und einen Sohn.

Die Töchter Helene, Gertrud, Else und Anna sind in den Familiengräbern ihrer Ehegatten auf dem Ohlsdorfer Friedhof bestattet. Über die drei anderenTöchter Martha, Hedwig und Emmchen ist mir wenig bekannt.

Martha Sauber

*1870; † 1933

Sie blieb als einzige Tochter unverheiratet. 

Seit Geburt litt sie an einer Hüftluxation und hinkte ihr Leben lang.

 

Carl Albert Sauber

*1888; † 1894

Dieser Name kommt in der Stammtafel der Familie Sauber nicht vor. Vermutlich ist es ein jung gestorbenes Kind von Emma Sauber. Die andere Form der Grabplatte und ein Bibelzitat deuten daraufhin.

Emily Sauber, geb. Baur

*1889; † 1943

In der Firmenchronik geht Herman Sauber mit keinem Wort auf den frühen Tod seiner Ehefrau ein.

Herbert Sauber

*1918; † 1945

Der jüngste Sohn von Herman Sauber und seiner Frau Emily starb noch vor Kriegsende im Lazarett von Flensburg an seinen im Osten erlittenen schweren Verwundungen. Tuberkulose oder Lungenentzündung könnten letztlich ursächlich gewesen sein.

Herman J. M. Sauber

*1882; † 1955

Der letzte Patriarch der Reederei

Sauber Gebr. hinterließ seine zweite Frau Angelika, die ihn viele Jahre überlebte.

Robert Sauber

*1911; † 1977

Annecke Sauber

*1917; † 1999

Die letzte Grabplatte.

Robert Sauber wurde nur 66 Jahre alt.

Annecke Sauber wurde trotz gesundheitlicher Probleme immerhin 82 Jahre alt.

 

Vier Töchter sind im Familiengrab ihrer Ehegatten bestattet

Familiengrab Konrad Engel
Familiengrab Konrad Engel

Konrad Max Wilhelm Engel

*26.09.1858;  † 03.11.1914

 

Grablage P 20 / 167-176

Konrad Engel hat sich ein Familienwappen zugelegt, das bis heute auch den pompösen Grabstein ziert.

Vor den großen Feldsteinen liegen weitere Grabplatten, auch eine für seine Gattin Helene Engel, geb. Sauber.

Grabplatte Helene Sauber
Grabplatte Helene Sauber

Helene Sauber

*17.10.1868;  † 26.03.1949

Sie heiratete 1896 Konrad Engel, den Kommanditisten der Werft

Heinrich Brandenburg.

 

Grablage P 20 / 167-176

Else Kaumann auf der Gartenbank

Else Sauber *18??  ; † 1934

Sie heiratete Albert Kaumann, einen wohlhabenden Hamburger Kaufmann.

Die Grabstätte auf dem Olsdorfer Friedhof besteht nicht mehr.

Bei Grablage AD 17 / 42 lassen sich nur noch zerbrochene Relikte der ursprünglichen Anlage finden. 

Aber hier sind Else Kaumann, geb. Sauber, und Albert Kaumann noch immer begraben.

 

Failiengrab Simms
Failiengrab Simms

Gertrud Sauber        

*1873; † 1936

Sie heiratete 1895 Henry B. Simms, den englischstämmigen Hamburger Kaufmann und bedeutenden Kunstsammler.

 

Grablage AH 17

Grabplatte Anna Sauber
Grabplatte Anna Sauber

Anna Harriet Sauber 

*28.11.1876; † 25.01.1927

Sie heiratete 1896 Eduard Kannengiesser, den späteren Senatspräsidenten am Hanseatischen Oberlandesgericht.

Gewohnt haben sie in der Blumenstraße 34a. Die Tochter Elisabeth ehelichte Dr. Wilhelm Schlodtmann, einen Zahnarzt.

Eduard Kannengiesser verstarb 1933.

Grablage AD 17 / 1-12

Familiengrab Kannengiesser
Familiengrab Kannengießer

Die Grabstätten der Töchter von Emma und Herman Sauber sind außerordentlich eindrucksvoll. Offensichtlich haben sie in wohlhabende Familien eingeheiratet.

Nun ja, es gab auch eine gehörige Mitgift.

Postkarte von 1928
Postkarte von 1928

Hedwig Sauber

*28.11.1879; † ?. ?.19??

Die Spuren von Hedwig von Holten, geb. Sauber führt in die Schweiz. Sie ist mit ihrem Mann Waldemar an den Genfer See gezogen. Später geriet Waldemar v. Holten in finanzielle Schwierigkeiten. Gertrud Simms hat in dieser prekären Situation deren Tochter Barbara in Hamburg aufgenommen und für sie gesorgt.

Familienalbum

Martha Sauber

Martha Sauber Haus, 1952

Martha Sauber, *1870; † 1933,

hat nicht nur eine hübsche Grabplatte auf dem Familiengrab, sie hat ein eigenes Haus, das Martha Sauber Haus.

Im AK Wandsbek wurde 1902 das Martha Sauber Haus erbaut. Es wurde nach seiner Stifterin benannt und heißt noch heute so. Von Geburt an litt Martha an einer Hüftluxation und hinkte zeitlebens. Trotz ihrer Behinderung hat sie dort in der Klinik als Krankenschwester gearbeitet.

 

... Und Martha hat ein Kinderbuch hinterlassen.

Um 1900 schrieb Martha Sauber: 

Draussen und Drinnen

Illustriert wurde es von Luise Preusser und

Olga Gräfin zu Eulenburg. Beide Illustratorinnen waren renommierte Künstlerinnen ihrer Zeit, die häufig zusammengearbeitet haben.

Verleger waren Meissner und Buch in Leipzig.

 

 

 

  

Mutter Emma Arm in Arm mit

Tochter Martha.

 

Martha betrieb auch eine Hundezucht.

Ein Windhundebein hat es aufs Foto geschafft.

 

Laut Hamburger Adressbuch hat Martha von 1905 bis1925 gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Helene zusammengewohnt. Zuletzt in der Hohenfelder Allee 20. 

Berufsbezeichnung war seit 1915 Lehrerin.

 

        Martha Sauber           Emma Sauber           Emmchen Gädeke mit Gatte Alfred

                                 Baden-Baden im Garten des Hotels Bellevue

 

 

Emmchen Gädeke

Die jüngsteTochter Emmchen Sauber,

das Nesthäkchen.

Ihr Vater starb an Tuberkulose, als sie 9 Jahre alt war. 

Sie war eine leidenschaftliche  Klavierspielerin und ließ sich noch in den 30er Jahren weiterbilden, ohne an Auftritte zu denken. Sie war in der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft aktiv und hatte Sendungen im Rundfunk

Emmchen Sauber und Alfred Gädeke haben 1907 geheiratet.

Er war Soldat, zuletzt Major i. G. des Husaren- regiments 16.

 

Sie hatten vier Kinder und lebten zunächst in Schleswig (Schloss Gottorf), dann in Christiania, Oslo, wo Alfred Gädeke Militär-attaché war. Viele Stationen folgten in Deutschland, bevor sie nach Berlin zogen.1932 Starb Alfred. Nach dem Tod ihres Gatten reiste sie 1938 mit der "Bremen" nach New York und besuchte dort ihre älteste Tochter Lili. Davon zeugt ein interessantes Tagebuch. Nach dem Tod von Emily Sauber zog Emmchen nach Hamburg in die Lichtwarkstraße um ihrem  Bruder Herman "das Haus zu führen". 1945 zog sie zu ihrem Sohn nach Konstanz, wo sie 1946 starb.

Emma Sauber vor dem Hochzeitsfoto ihrer Jüngsten.

Nun ist auch ihr Nesthäkchen unter der Haube.